Begräbnis erster Klasse
Vor einem Monat hatte ich plötzlich Lust auf ein paar Zigaretten. Normalerweise rauche ich nur gelegentlich eine Pfeife, und zwar so selten, dass der Tabak inzwischen komplett eingetrocknet ist.
Die Lust auf die Zigarette erzeugt eine interessante innere Anspannung: etwas, auf das man sich freuen kann, mit dem man sich selbst belohnt, und das gleichzeitig ekelhaft ist.
Nach der Hälfte der Packung habe ich den Rest in meinen Mistkübel geworfen – und danach manchmal eine Zigarette aus der Packung in ebendiesem Mistkübel gefischt, um weiter zu rauchen. Das war widerlich und gleichzeitig spannend.
Gestern habe ich wieder eine Packung Zigaretten gekauft. Nach acht gerauchten Zigaretten habe ich die Kippen auf ein Stück nasse Küchenrolle gelegt und dann entsorgt. Sozusagen ein Begräbnis erster Klasse für eine grauenhafte und selbstschädigende Angewohnheit.
Es gibt noch weitere Gewohnheiten, die mir nicht gut tun, vor allem das Schachspiel im Internet: ein Nullsummenspiel, bei dem Spannung und Ärger bei weitem schwerer wiegen als die schönen Momente. Das Faszinierende an diesem Spiel könnte ich viel besser genießen, indem ich Meisterpartien auf YouTube ansehe oder gegen den Computer spiele.
Oder der Kaffee, der den Körper übersäuert und den Schlaf beeinträchtigt.
Warum ist es so schwer, sich von überwiegend schlechten Dingen zu trennen?
